Theorie des Lernens 3:

Wie lernt man? #1

A. Das Fundament

Dem Triangelmodell von Illeris aus den vorherigen Artikeln liegt ein konstruktivistisches Lernkonzept zugrunde. Das heißt, es wird angenommen, dass die Lernende selbst, unter Einbeziehung ihrer Erfahrungen und Emotionen, aktiv mentale Konstrukte in bereits bestehende Strukturen einbettet sowie neue aufbaut. Diese Strukturen existieren daraufhin im Gehirn und werden gewöhnlich als mentale Schemata bezeichnet. Das bedeutet, im Gehirn muss es eine Art Organisation des Lernoutputs geben. Beim Bewusst werden – von etwa einem Problem, einer Person oder einem Thema – muss man nämlich innerhalb von Millisekunden fähig sein, eine Reaktion, relevantes Wissen, Verständnis, eine Haltung dazu, oder Ähnliches abzurufen. Diese Organisation ist keineswegs als Archiv zu verstehen und es ist auch nicht möglich, die verschiedenen Elemente in spezifischen Hirnarealen ausfindig zu machen. Diese strukturellen Veränderungen der Gehirnstruktur, sogenannte Engramme, sind Gedächtnisspuren, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit „wiederverwendet“ und damit immer weiter konsolidiert werden. Analog zu einem Trampelpfad im Wald, der sich verbreitert, je häufiger er benutzt wird. Vermutlich mit einem leicht anderen Verlauf wegen der Auswirkung neuer Erfahrungen oder einem neuen Verständnis. Neue Impulse können auf verschiedenen Wegen in die mentale Organisation inkludiert werden. Auf dieser Basis unterscheidet Illeris in vier verschiedene Lerntypen, die in verschiedenen Kontexten verschiedene Lernresultate implizieren und mal mehr, mal weniger Energie erfordern. Es handelt sich dabei um eine Elaboration eines Lernkonzepts, welches ursprünglich von Piaget entwickelt wurde.

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