Theorie des Lernens 2:

Prozesse und Dimensionen von Lernen

A. Hintergrund und Grundannahmen

Bevor es in den folgenden Kapiteln um das Gehirn als individuellen Aspekt des Lernprozesses gehen wird, behandelt dieser Artikel ein grundlegendes Verständnis davon, wie Lernen als ganzheitlicher Prozess stattfindet. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden verschiedenste Ideen und Theorien veröffentlicht, die veranschaulichen sollen, wie Lernen im Detail funktioniert (oder funktionieren könnte). Sie griffen dabei auf viele unterschiedliche Blickwinkel und erkenntnistheoretische Annahmen zurück. Die Ideen wurden teilweise durch neues Wissen und neue Standards ergänzt, überholt oder gar neue theoretische Herangehensweisen entwickelt. Vor diesem Hintergrund existieren mittlerweile viele verschiedene Konstrukte zum Thema Lernen, die mehr oder weniger miteinander kompatibel sind. Der dänische Forscher Knud Illeris hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf dieser breiten Selektion von Ansätzen aufzubauen und ein übergreifendes Framework zu entwickeln. Die schon im letzten Artikel angesprochene Definition:

“Learning can broadly be defined as any process that in living organisms lead to permanent capacity change and which is not solely due to biological maturation or ageing” (Knud Illeris, 2007)

illustriert seinen Anspruch, einen generellen und aktuellen Überblick über das gesamte Forschungsfeld zu geben. Ihm ist es wichtig, alle umfassenden und komplizierten Prozesse in einem Modell zusammenzuführen, die für das Verständnis von Lernen eine Rolle spielen. Hierzu ist für ihn nicht nur das Verstehen des Lernprozesses selbst von Bedeutung, sondern auch alle Gegebenheiten, die den Prozess beeinflussen und davon beeinflusst werden.

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