Text: Judith Begiebing | Sparring: Pat Preilowski | Korrektorat: Leon Cassian Hammer | Stimme: Friederike Niermann |

✔️
Im Sprint

- Die Fähigkeit zur Selbstregulation ermöglicht das Verfolgen zielgerichteter Handlungen auch bei Hindernissen in der Umsetzung und befindet sich im Selbstregulationsmodell nach Kanfer in Form von kognitiven Prozessen und Inhalten zwischen Stimulus und Reaktion

- In der Theorie der Handlungskontrolle wird eine Differenzierung zwischen Handlungsorientierung (Action Orientation) und Lageorientierung (State Orientation) vorgenommen

- Im Kraftspeichermodell der Selbstkontrolle wird von der Erschöpfbarkeit der Selbstkontrolle ausgegangen, so dass es zu einer reduzierten Selbstkontrolle nach einer primären Selbstkontrollhandlung kommt (Ego-Depletion-Effekt)

A. Einordnung des Begriffs

Die Selbstregulation beziehungsweise Selbstkontrolle ist Gegenstand der Volitionsforschung. Die Volition dient dabei als Sammelbegriff für selbstregulatorische Funktionen, welche die Initiierung und Aufrechterhaltung einer Zielintention auch beim Auftreten von Hindernissen ermöglichen (Kuhl, 1983, Kuhl, 1987). Die Begriffe Selbstregulation, Selbstkontrolle, Handlungskontrolle, Willenskontrolle und volitionale Prozesse werden in der Literatur teilweise synonym verwendet.

B. Definition von Selbstregulation

Unter Selbstregulation wird die Tatsache verstanden, dass eine Person ihr eigenes Verhalten in Hinblick auf selbst gesetzte Ziele steuern kann (Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2012). Selbstregulierungsprozesse modulieren Denken, Affekt, Verhalten und Aufmerksamkeit durch bewusste oder automatisierte Mechanismen (Karoly, 1993). Sie werden veranlasst, wenn internale oder externale Hindernisse die Umsetzung eines Handlungsziels gefährden und ermöglichen es Individuen somit zielgerichtete Handlungen zu verfolgen. Der Fähigkeit zur Selbstregulation kommt damit eine entscheidende Rolle im Gesundheits- wie im Leistungssport zu: Sie ist der Grund dafür, dass eine Elfmerterschützin ihre Nervosität trotz Pfiffen aus dem Publikum unterdrücken kann, eine Marathonläuferin weiterläuft, obwohl die Kräfte ausgehen und eine Freizeitsportlerin regelmäßig trainiert, während es einer anderen nicht gelingt.

Im Folgenden werden drei theoretische Modelle im Bereich der Selbstregulation vorgestellt.

audio-thumbnail
Sportpsychologie 12: Selbstregulation im Sport
0:00
/30:05

C. Selbstregulationsmodell nach Kanfer

Die auf Skinner (1938) zurückgehende Stimulus-Reaktions-Konsequenz-Abfolge der operanten Konditionierung wurde zunächst von Lindsley (1964) um die Variable der Kontingenz und schließlich von Kanfer und Maslow (1965) um die Komponente des Organismus erweitert. Daraus ergibt sich das lineare Verhaltensmodell S-O-R-K-C (vgl. Esser, 2008). Bestimmte Stimuli oder situative Bedingungen (S) führen (oder führen nicht) zu bestimmten Reaktionen (R), wobei Zustände des Organismus beziehungsweise der Person (O) die Auftretenswahrscheinlichkeit beeinflussen. Die Kontingenz (K) beschreibt den Verknüpfungsmodus zwischen Reaktion und Konsequenzen (C). Dabei wird zwischen unmittelbarer und verzögerter sowie stetiger und intermittierender Kontingenz unterschieden. Konsequenzen können sowohl positiv als auch negativ sein.

Das Modell wurde in neueren Ansätzen zunehmend erweitert (Kanfer, 1970; Kanfer & Karoly, 1972; Kanfer & Hagermann, 1981; Kanfer, 1987). So führte die Einführung von zwei Feedback-Schleifen zwischen Konsequenzen und Organismus sowie zwischen Reaktionen und Organismus und einer Feedforward-Schleife zwischen Organismus und Stimulus erstmals zu einem nonlinearen Modell. Durch die Einbeziehung dreier das menschliche Verhalten determinierende Variablen ergab sich eine zusätzliche Erweiterung. Diese umfassen die alpha-Variable, welche die beobachtbare Ebene  und damit die externe Umgebung bezeichnet, die beta-Variable, die sich auf kognitive Prozesse (Denken, Wahrnehmen, Erinnern, Bewerten) und Inhalte (Ziele, Wünsche, Pläne) bezieht sowie die gamma-Variable, welche die biologisch-physiologische Ebene umfasst. Der Organismus-Komponente wurde die Fähigkeit zur Selbstregulation zugeschrieben, wobei die beta-Variable das Selbstregulations-System ausmacht (Abb.1). Der Selbstregulationszyklus wird in Gang gesetzt, wenn die Zielerreichung durch auftretende Schwierigkeiten infrage gestellt wird.

Abb. 1: Dynamisches Selbstregulationsmodell; eigene Darstellung in Anlehnung an Kanter, Reinecker & Schmelzer, 2012

In der letzten Überarbeitung des Modells (Kanfer, 1987) werden drei Phasen der Selbstregulation unterschieden: die Selbstbeobachtung, die Selbstbewertung sowie die Selbstkonsequenz. Dabei wird angenommen, dass die Absicht einen bestimmten Zielzustand zu erreichen bereits gefasst ist. Im ersten Schritt der Selbstbeobachtung werden - sofern die Situation bei der generischen Attribution als kontrollierbar angesehen wird - die Aufmerksamkeit auf das eigene Verhalten gelenkt und Informationen über die momentanen Handlungen erfasst. Durch die Selbstbewertung werden diese Informationen mit selbst gesetzten Kriterien beziehungsweise Standards verglichen. Werden die Ergebnisse des Selbstbewertungsprozesses bei der Kausalattribution dem Selbst (im Gegensatz zur unkontrollierbaren Umwelt) zugeschrieben, kommt es in der Phase der Selbstkonsequenz zu einer emotionalen sowie informationsbezogenen Reaktion. Übersteigt die Leistung den Standard erhöht dies die Reaktionsstärke, unterschreitet sie den Standard wird die Reaktionsstärke verringert. Die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung des Verhaltens wird in ersterem Fall also erhöht, während das Verhalten im zweiten Fall abgeschwächt und ein korrektives Verhalten ausgelöst wird. Alternativ kann aber auch der Wert des Ziels angehoben oder gesenkt werden.

Dieser Zyklus kann sowohl korrektiv als auch antizipatorisch vonstattengehen. Während sich das Individuum im korrektiven Zyklus unmittelbar in der Situation befindet und Feedback den tatsächlichen Handlungsreaktionen entstammt, erfolgt die Beurteilung im antizipatorischen Zyklus auf Grundlage vorgestellter (antizipierter) Verhaltenskonsequenzen.

Die Selbstkontrolle wird von Kanfer (1987) als ein Sonderfall der Selbstregulation bezeichnet, bei der ein Konflikt zwischen konkurrierenden Zielen beziehungsweise Verhaltensalternativen besteht. Durch eine Verhaltensänderung in Form einer Initiierung, Aufrechterhaltung oder Beendigung einer Handlung (Kanfer, 1987) werden Verhaltensweisen gezeigt (kontrollierende Reaktion), die ursprünglich eine geringere Auftrittswahrscheinlichkeit hatten als das übliche Verhalten (kontrollierte Reaktion) (Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2012). Dabei kann zwischen dem Widerstehen einer Versuchung, also dem Verzicht oder Aufschieben eines positiven Verstärkers (z.B. Verzicht auf den Kuchen für langfristigen Gewichtserhalt) und dem Ertragen einer aversiven Situation (z.B. jetzt hart trainieren, um langfristig erfolgreich zu sein) unterschieden werden, wobei beide Muster das Ziel eines langfristigen positiven Effekts verfolgen (Kanfer, Reinecker & Schmelzer, 2012).

💡
Das Selbstregulationsmodell macht deutlich, dass exekutive Funktionen (beta-Variable) die Voraussetzung für selbstregulierende Prozesse darstellen. Ebenso kann keine Selbstregulation stattfinden, wenn keine klaren oder stabilen Standards vorliegen oder die Selbstbeobachtung eingestellt wird. Die Ausführungen von Kanfer beschreiben die Prozesse der Selbstregulation die auftreten, wenn der Fluss des Verhaltensablaufs durch Schwierigkeiten unterbrochen wird. Allerdings befasst sich das Modell nicht mit den Vorgängen durch die es gelingt die Handlungsabsicht gegen die auftretenden Widerstände durchzusetzen (Kuhl, 1983).

D. Theorie der Handlungskontrolle

In der Theorie der Handlungskontrolle (Kuhl, 1983) wird davon ausgegangen, dass die Realisierung einer Handlungsabsicht von sogenannten Handlungskontrollprozessen abhängt. Diese tragen dazu bei, dass situativ irrelevante Kognitionen, Impulse sowie andere innere oder äußere Widerstände reguliert werden können. Diese Kontrollprozesse umfassen die folgenden, auch für Sportlerinnen relevanten, Strategien:

  • Umweltkontrolle: die Umwelt wird so verändert, dass die Ausführung von Absichten erleichtert wird (z.B. keine Süßigkeiten in der Wohnung in der Vorbereitung auf einen Boxwettkampf in einer niedrigen Gewichtsklasse)
  • Aufmerksamkeitskontrolle: Lenkung der Aufmerksamkeit auf handlungsrelevante und ausführungsbegünstigende Inhalte (z.B. beim Elfmeter auf den Ball und nicht auf die Pfiffe aus dem Publikum konzentrieren)
  • Enkodierkontrolle: für die Intentionsumsetzung relevante Reizinformationen werden bevorzugt und tiefer enkodiert/ gespeichert (z.B. auf positive Zuschauerreaktionen anstatt negativer achten)
  • Emotionskontrolle: Stärken intentionsrelevanter und Unterdrücken ungünstiger Emotionen (z.B. Regulation der Nervosität beim Wettkampf)
  • Motivationskontrolle: Bewusstmachen der positiven Handlungskonsequenzen (z.B. während des Trainings auf den langfristigen Erfolg fokussieren)

Kuhl (2000a, 2000b) unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen Selbstregulation und Selbstkontrolle als den beiden Formen der volitionalen Steuerung. In Anlehnung an Kuhl und Fuhrmann (1998), welche die Hauptaufgaben der Volition als Zielerhaltung und Selbsterhaltung (Selbst als ganzheitliche und implizite Repräsentation der Erfahrungen, Überzeugungen und Bedürfnisse einer Person) bezeichnen, werden durch Prozesse der Selbstregulation sowohl die Zielerhaltung als auch die Selbsterhaltung erreicht (Kuhl & Fuhrmann, 1998). Sie wird deshalb auch als selbsterhaltender Stil der Selbststeuerung bezeichnet (Forstmeier & Rüddel, 2005). Die Inhalte der psychischen Systeme wie Emotion, Motivation, Aufmerksamkeit und Kognition werden so koordiniert und/ oder modifiziert, dass möglichst viele psychische Systeme hinter der Intention vereinigt sind und die Handlungstendenz gestärkt wird. Das verfolgte Handlungsziel steht bei der Selbstregulation somit in Einklang mit den meisten psychischen Systemen, sodass Emotionen, Kognitionen und Motivation harmonisch ineinander greifen („inner democracy“) (Kuhl, 2000a).

Bei der Selbstkontrolle wird im Gegensatz zur Selbstregulierung ausschließlich die Zielerhaltung als eine der Volitionsaufgaben erreicht (Kuhl & Fuhrmann, 1998). Die Selbstkontrolle kann damit als selbstdisziplinierender Stil der Selbststeuerung bezeichnet werden (Forstmeier & Rüddel, 2005). Psychische Prozesse, die nicht mit dem Handlungsziel übereinstimmen, werden unterdrückt. Als störungsabwehrender Prozess, der konkurrierende Impulse hemmt, steht die Selbstkontrolle im Gegensatz zur Selbstregulation, die der Stärkung aktueller Absichten durch individuelle Ressourcen dient (vgl. Schüler, Wegner & Plessner, 2020).

D.1 Lage- vs. Handlungsorientierung

In der Theorie der Handlungskontrolle wird zwischen der sogenannten Handlungsorientierung (Action Orientation) und Lageorientierung (State Orientation) differenziert (Kuhl, 1983; Kuhl, 1984; Kuhl & Kazen-Saad, 1988; Kuhl & Kraska, 1989). Unter Lageorientierung wird dabei die Aufrechterhaltung eines unrealistischen Ziels und die damit einhergehende kognitive Fixierung auf Vergangenheit (z.B. Misserfolg beim Versuch, das Ziel zu erreichen), Präsenz (z.B. emotionaler Zustand als Folge des Misserfolgs) und Zukunft (z.B. der gewünschte Zielzustand) verstanden (Kuhl & Kazen-Saad, 1988). Das Festhalten an einem momentan nicht erreichbaren Ziel wird als maladaptiv angesehen, da diese Strategie die Bildung und Ausführung einer situativ angemessenen Intuition beeinträchtigt, was das Kennzeichen einer Handlungsorientierung darstellt.

💡
Lageorientierung geht mit Misserfolgsbezogenheit und Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen, allerdings auch mit genaueren Planungs- und Entscheidungsprozessen einher. Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf Faktoren, welche die Handlungsausführung unterstützen, wird als Handlungsorientierung bezeichnet. Misserfolge können zügig ausgeblendet und schnelle Entscheidungen durch die Verwendung einfacher Regeln getroffen werden.

Beispielsweise würde sich eine handlungsorientierte Basketballspielerin nach einem Fehlwurf sofort auf den nächsten Spielzug konzentrieren, während eine lageorientierte Spielerin sich schuldig und unfähig fühlen sowie über die negativen Konsequenzen des Punktverlusts nachdenken würde. Die kognitiven Aktivitäten betreffen bei der lageorientierten Spielerin also nicht die für die Umsetzung des Ziels wichtigen Informationen, sondern vergangene, gegenwärtige und zukünftige Zustände, die mit dem nicht erreichten Ziel (Fehlwurf) einhergehen. Es kommt somit zum gedanklichen Verharren (Rumination), wodurch die intuitive Ausführung der Handlung erschwert wird.

Während situative Faktoren die Lage- oder Handlungsorientierung einer Person beeinflussen können, sind auch individuelle persönlichkeitsbedingte Dispositionen für die Neigung zu einer der beiden Handlungskontrollformen verantwortlich. Im Kontext des Sports lässt sich diese anhand des Handlungsorientierungsfragebogen-Sport“ (HOSP) erfassen (Beckmann, 2003; Beckmann & Wenhold, 2008; Beckmann & Wenhold, 2009).

Kuhl und Beckmann (1994) gehen davon aus, dass handlungsorientierte Personen im Allgemeinen vermehrt Selbstregulationsstrategien einsetzen. Da lageorientierten Personen das Ausblenden von Misserfolgen (misserfolgsbezogene Lageorientierung) sowie das Treffen von Entscheidungen (entscheidungsbezogene Lageorientierung) schwer fällt und sie sich leichter von irrelevanten Reizen und Gedanken bei der Tätigkeitsausführung ablenken lassen (tätigkeitsbezogene Lageorientierung), wäre in dieser Personengruppe hingegen die Selbstregulationskompetenz eingeschränkt und es würde deswegen vor allem Selbstkontrolle zum Einsatz kommen (vgl. Schüler, Wegner & Plessner, 2020). Erste bestätigende Hinweise für diese Annahme liefern Kuhl, Schapkin und Gusew (1994): im EEG fanden sich bei lageorientierten Personen während des Lesens negativ emotionsbehafteter Worte eine Hemmung kortikaler Areale, was als Selbstkontrolle interpretiert wurde. Bei handlungsorientierten Personen kam es hingegen zu einer Aktivierung weiterer kortikaler Bereiche, was als Selbstregulierung gedeutet werden kann. Ein umgekehrtes Muster zeigte sich allerdings bei mit positiven Emotionen assoziierten Worten. Bei Lageorientierten zeigte sich eine Bahnung, bei Handlungsorientierten eine Hemmung. Daraus kann geschlossen werden, dass lageorientierte Personen durchaus zur Selbstregulation fähig sind, diesen Handlungskontrollmodus aber nur in positiven und entspannten Situationen nutzen.

D.1.1 Empirische Befunde im Sport

Die Persönlichkeitsdisposition der Handlungs- oder Lageorientierung kann sich auf die sportliche Leistung auswirken. So zeigten beispielsweise Strang, Wegner und Schwarze (1987), dass es bei lageorientierten Sportstudentinnen zu einer Vervierfachung der Fehlerzahlen bei einer komplexen motorischen Aufgabe in Anschluss an eine Serie von Misserfolgen kam. Die Leistung der handlungsorientierten Sportstudentinnen veränderte sich hingegen nicht. Dass die Auswirkungen der Disposition zur Handlungs- oder Lageorientierung vor allem in Drucksituationen zum Tragen kommen, zeigt eine Untersuchung von Heckhausen und Strang (1988), bei der Basketballspielerinnen die Instruktion erhielten einen persönlichen Rekord aufzustellen. Sowohl bei handlungs- als auch lageorientierten Spielerinnen erhöhte sich die Anstrengung, was bei lageorientierten Spielerinnen allerdings nur die Laufgeschwindigkeit, nicht aber die Anzahl der Körbe erhöhte. Handlungsorientierte Spielerinnen konnten neben der Laufgeschwindigkeit jedoch auch die Trefferzahl erhöhen. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass den handlungsorientierten Spielerinnen scheinbar eine effektivere Anstrengungsregulation gelang, während den lageorientierten Spielerinnen eine Regulation ihrer physischen und mentalen Ressourcen nicht möglich war und sie sich somit schnell verausgabten (vgl. Sahre, 1991).

Eine Lageorientierung ist allerdings nicht generell von Nachteil. Beispielsweise scheint eine misserfolgsbezogene Lageorientierung in Sportarten, die ein kurzfristige Maximalkraftleistung erfordern (z.B. Kugelstoßen, Speerwerfen, 100m-Lauf) von Vorteil zu sein (Beckmann, 1987). In Sportarten die eine situationsadäquate Regulation von Ressourcen erfordern (z.B. Marathon) scheint hingegen eine Handlungsorientierung vorteilhaft zu sein.

Das Wissen über eine handlungs- oder lageorientierte Disposition einer Sportlerin kann auch in Mannschaftssportarten genutzt werden. Da Lageorientierte generell mehr Entscheidungsmöglichkeiten bedenken und sie somit über mehr Problemlösungsvarianten verfügen, eignen sie sich vermehrt für Spielmacherpositionen. Tatsächlich stellten Beckmann und Trux (1991) fest, dass in der ersten und zweiten Bundesliga im Basketball und Volleyball lageorientierte Spielmacher in der Mehrheit waren. Zudem scheinen in Drucksituationen handlungsorientierte im Gegensatz zu lageorientierten Basketballspielerinnen ihre Trefferquote zu erhöhen, lageorientierte Spielerinnen tragen aber vermehrt zu Angriffs- und Abwehraktionen bei, sind bei Zuspielen also aktiver als handlungsorientierte Spielerinnen (Sahre, 1991). Darüber hinaus scheinen Lageorientierte vorgegebenen Instruktionen und Regeln genauer zu folgen als Handlungsorientierte (Roth, 1991).

Die Studienergebnisse zeigen ein differenziertes Bild hinsichtlich der Vor- und Nachteile einer Lage- beziehungsweise Handlungsorientierung. In Abhängigkeit der Anforderungen einer Sportart oder Spielposition kann entweder eine Handlungs- oder Lageorientierung leistungsbegünstigend sein.

E. Kraftspeichermodell der Selbstkontrolle

Im Kraftspeichermodell der Selbstkontrolle (Baumeister, Vohs & Tice, 2007) wird die Selbstkontrolle als jegliche willentliche, bewusste und aufwändige Form der Selbstregulierung angesehen. Die Selbstregulierung, welche als Übergriff verstanden wird, bezieht hingegen auch automatische und unbewusste Regulierungs-Prozesse mit ein (z.B. Aufrechterhalten der Körpertemperatur als Selbstregulierung, nicht aber als Selbstkontrolle).

Zentrales Element des Modells ist die Annahme limitierter volitionaler Ressourcen, die ähnlich zu Kraft- und Energiereserven erschöpft werden können, weshalb die Metapher des Kraftspeichers mit begrenzter Kapazität für Selbstkontrollhandlungen verwendet wird. Als Ego Depletion wird die temporäre und situative Selbstkontrollerschöpfung nach einer primären Selbstkontrollhandlung bezeichnet, welche die Leistung einer zweiten Selbstkontrollhandlung einschränkt (Baumeister et al. 1998; Baumeister, Vohs & Tice, 2007). Dieser Effekt wird als domänenübergreifend angesehen, der Kraftspeicher ist also für alle Arten der Selbstkontrolle, wie unter anderem Emotions-, Aufmerksamkeits- und Gedankenkontrolle verantwortlich. Dementsprechend kann eine erste Selbstkontrollhandlung auch eine sich inhaltlich stark unterscheidende zweite Selbstkontrollhandlung negativ beeinträchtigen. Beispielsweise würde dem Modell zufolge ein für Aufmerksamkeit und Konzentration anstrengender Arbeitstag die Selbstkontrollkraft, die für ein abendliches Training benötigt würde, reduzieren oder erschöpfen.

Die folgenden Aufgaben erfordern dem Modell zufolge Selbstkontrolle:

  • Aufmerksamkeitskontrolle (z.B. Zuschauerrufe ausblenden)
  • Emotionskontrolle (z.B. Regulation der Nervosität beim Wettkampf)
  • Gedankenkontrolle (z.B. nicht an einen möglichen Fehlschuss beim Elfmeter denken)
  • Impulskontrolle (z.B. Frühstart beim 100-Meter-Lauf vermeiden)
  • Auswahl zwischen Handlungsalternativen (z.B. Training versus Kinobesuch)
  • Komplexe kognitive Aufgaben (z.B. komplizierte mathematische Aufgaben)

Individuelle Unterschiede der Selbstkontrollkraft zeigen sich auf dispositioneller und situativer Ebene (Bertrams & Dickhäuser, 2009; Tangney, Baumeister & Boone, 2004). Erfasst werden kann die dispositionelle Selbstkontroll-Kapazität anhand der SCS-K-D (deutsche Adaptation der Kurzform der Self-Control Scale; Bertrams & Dickhäuser, 2009). Sie besteht aus 13 Items die anhand einer fünfstufigen Likert-Skala beantwortet werden (Beispiel-Item: „Ich bin gut darin, Versuchungen zu widerstehen“). Anhand der deutschen Version der State Self-Control Capacity Scale kann die momentan verfügbare Selbstkontrollkraft gemessen werden (Betrams, Unger & Dickhäuser, 2011). Die Kurzform umfasst 10 Items, die Beantwortung erfolgt anhand einer siebenstufigen Likert-Skala (Beispiel-Item: „Ich brauche etwas Angenehmes, um mich besser zu fühlen“).

E.1 Empirische Befunde im Sport

Hunte et al. (2021) zeigten in einer Metaanalyse einen negativen Effekt einer vorher ausgeführten kognitiven Selbstkontrollaufgabe auf die folgende körperliche Leistungsfähigkeit bei sowohl isometrischen und dynamischen Aufgaben (mittlere bis große Effektgröße) als auch bei aeroben und motorischen Fertigkeitsaufgaben (kleine bis mittlere Effektgröße) auf. Die Ergebnisse unterstützen also die Annahme eines Ego Depletion-Effekts der Selbstkontrolle. Untersucht wurden außerdem mögliche der Erschöpfung der Selbstkontolle zugrundliegende Mechanismen. So scheinen die in Folge der Ausführung von Selbstkontrolle initial erhöhte Schmerzwahrnehmung sowie verringerte Selbstwirksamkeit verantwortlich für die reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit zu sein.

Da die primären Selbstkontrolle-Aufgaben der bei Hunte et al. (2021) eingeschlossenen Studien ausschließlich kognitive Aufgaben beinhalteten, deren Übertragbarkeit in den Sportkontext beschränkt ist (u.a. Stroop-Test), stellt sich die Frage, welche Handlungen im Sport Selbstkontrolle erfordern und damit zu einem Zustand von Ego Depletion führen könnten. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass beispielsweise die Regulation von unerwünschten Emotionen (z.B. Wettkampfangst) (Englert & Bertrams, 2012) oder der Aufmerksamkeit (Englert & Bertrams, 2015) sowie anstrengendes Training selbst (Gröpel, Baumeister & Beckmann, 2014) Selbstkontrolle verlangen und somit deren Erschöpfung nach sich ziehen könnten.

Der im dritten Beitrag dieser Reihe genauer dargestellte heterogene Angst-Leistungs-Zusammenhang könnte somit anhand der situativ verfügbaren Selbstkontrollkapazität einer Sportlerin erklärt werden. Basketballspieler und Dartwerferinnen zeigten bei eingeschränkter Selbstkontrolle und zunehmender Zustandsangst eine schlechtere Leistung, wobei bei voll verfügbarer Selbstkontrolle keine Leistungsbeeinträchtigungen bei hoher Angst ersichtlich wurden (Englert & Bertrams, 2012). Zudem konnten verschiedene Ausmaße der verfügbaren Selbstkontrolle die Leistung bei Sportlerinnen mit hoher Zustandsangst vorhersagen. Dieser modulierende Effekt der verfügbaren Selbstkontrolle auf die Angst-Leistungs-Beziehung könnte mit der Aufmerksamkeitsregulierung zusammenhängen. So konnten Englert et al. (2015) anhand von Blickbewegungsmessungen feststellen, dass Dartwerferinnen bei hoher Zustandsangst und eingeschränkter Selbstkontrolle eine kürzere Blickfixierung und schlechtere Leistung zeigten. Ego Depletion schien eine effiziente Aufmerksamkeitskontrolle bei ängstlichen Sportlerinnen also zu behindern.

Weitere Studienergebnisse belegen, dass Personen mit einer höheren dispositionellen Selbstkontrolle eher dazu in der Lage sind, ihre sportlichen Ziele zu verfolgen (z.B. Betrams & Englert, 2013; Stork et al., 2016). Toering und Jordet (2014) zeigten außerdem, dass eine höhere dispositionelle Selbstkontrolle bei professionellen Fußballspielern positiv mit der täglichen Trainings- und Schlafzeit assoziiert war und diese Sportler somit einen der Leistung zuträglichen Lebensstil zu führen schienen. Einen Zusammenhang zwischen dispositioneller Selbstkontrolle und sportlichem Erfolg konnten Wolff, Betrams und Schüler (2019) feststellen: junge Fußballspielerinnen, die in ein Talentförderprogramm aufgenommen wurden, zeigten höhere Selbstkontroll-Werte auf der SCS-K-D.

Für die Trainings-Adhärenz scheint aber auch die situativ verfügbare Selbstkontrolle eine Rolle zu spielen. In der Untersuchung von Englert und Rummel (2016) führten Probandinnen einen Trainingsplan an Tagen mit geringerer Selbstkontrolle seltener aus, als an Tagen mit höherer Selbstkontrolle. Die Befunde konnten von Schöndube et al. (2017) bestätigt werden.

F. Entwicklung der Selbstregulation/ -kontrolle

Das klassische Marshmallow-Experiment (Mischel, 1974) bei dem Kinder den Impuls einer sofortigen Belohnung (z.B. ein Marshmallow) für eine in Aussicht stehende, aber nicht sofort verfügbare größere Belohnung (z.B. zwei Marshmallows) unterdrücken müssen, zeigt, dass bereits bei vierjährigen Kindern Unterschiede in den Fähigkeiten zur Selbstregulation beziehungsweise Selbstkontrolle bestehen. In Folgestudien konnte gezeigt werden, dass Kinder, denen im Experiment ein längerer Belohnungsaufschub gelang, später als sozial und akademisch kompetenter sowie fähiger im Umgang mit Stress eingeschätzt wurden (Mischel, Shoda & Rodriguez, 1989). Weiterhin wurde ein positiver Zusammenhang zwischen Belohnungsaufschub und SAT-Ergebnissen (amerikanischer Studierfähigkeitstest) festgestellt. Schlam et al. (2013) konnten eine Korrelation zwischen längerem Belohnungsaufschub und BMI 30 Jahre später aufzeigen: jede zusätzliche Minute Wartezeit als Vierjährige prognostizierte einen um 0,2 geringeren BMI als Erwachsene.

Doch auch wenn sich selbstregulatorische Kompetenzen bereits früh ausbilden, ist ihre Entwicklung nicht in der Kindheit abgeschlossen. Die Fähigkeit zur Selbstregulation verbessert sich während der frühen (Montroy et al., 2016) bis in die späte Kindheit (King, Lengua & Monahan, 2012) und reift während Adoleszenz und frühem Erwachsenenalter weiter aus (Roberts, Caspi, Moffitt, 2001), wobei in jedem Alter interindividuelle Unterschiede bestehen. Die Entwicklung selbstregulatorischer Fähigkeiten zeigt sich dabei sowohl auf Verhaltens- (Monahan et al., 2009) als auch neurobiologischer (Luna et al., 2004) Ebene.

Interindividuelle Unterschiede in der Selbstregulation-Kompetenz könnten auf persönlichskeitsbedingte Temperamentsunterschiede zurückgeführt werden, die zumindest teilweise genetisch bedingt zu sein scheinen (Auerbach et al., 2001) und in der Impulskontrolle eine Rolle spielen können. Darüber hinaus stellten Petrovic et al. (2015) bei Personen mit subklinischen Symptomen einer Emotionsdysregulation ein geringeres Volumen des orbitofrontalen Kortex fest und konnten damit auch neuronale Korrelate der interindividuellen Unterschiede in den Selbstregulationsfähigkeiten aufzeigen. Ähnliche Befunde wurden auch bei klinischen Populationen wie Borderline-Persönlichkeitsstörung (Lieb et al., 2004) oder antisozialer Persönlichkeitsstörung (Yang & Raine, 2009), die von einer verminderten Emotions- und/ oder Impulskontrolle gekennzeichnet sind, berichtet. Ob diese neurobiologischen Faktoren aber ursächlich oder eine Folge eingeschränkter Selbstregulationsfähigkeiten sind, bleibt unklar. Weiterhin können auch Umwelteinflüsse wie die elterliche Erziehung, die Teilnahme an frühen Bildungsangeboten oder auch der familiäre sozioökonomische Status eine Rolle in der Entwicklung der Selbstregulation spielen (McCabe, Cunnington & Brooks-Gunn, 2004). Beckmann et al. (2006) stellten in einer Längsschnittstudie fest, dass Sportschülerinnen im Vergleich zu Regelschülerinnen eine stärkere Volitionsentwicklung zeigten. Zurückzuführen sein könnte dies darauf, dass von den Sportschülerinnen vermehrt eine selbstständige Auseinandersetzung mit Herausforderungen hinsichtlich Persistenz und Misserfolgsbewältigung verlangt wird. Die Ergebnisse geben Hinweis darauf, dass bestimmte Rahmenbedingungen zur Entwicklung der Selbstregulationsfähigkeiten beitragen können und dass die selbstbestimmte Bewältigung von herausfordernden Aufgaben ein Trainingsszenario darstellen würde.

Baumeister et al. (1998) vergleichen die Selbstkontrolle mit einem Muskel, der im Falle der Ego Depletion erschöpft, bei entsprechendem Training aber auch gestärkt werden könne, was den Kraftspeicher vergrößern würde. Tatsächlich konnten Bray, Graham und Saville (2014) aufzeigen, dass ein zweiwöchiges Selbstkontrolltraining (zweimal am Tag einen Handgrifftrainer so lange wie möglich maximal drücken) zu einer signifikanten Verbesserung eines Selbstkontrolle erfordernden kardiovaskulären Ausdauertests führen konnte. Die Ergebnisse indizieren, dass ein unspezifisches Selbstkontrolltraining die sportliche Leistung verbessern könnte. Weitere Studien geben Hinweis, dass ein anhaltendes Training die Selbstkontrolle zu erhöhen scheint (z.B. Oaten & Cheng, 2006; Predovan et al., 2012).

💡
Einige Autoren verwenden im sportpsychologischen Kontext den Begriff der Psychoregulation (z.B. Baumann, 2018; Klöppel & van Raalte, 2018). Nitsch und Hackfort (1979) bezeichnen die Psychoregulation als den Versuch die „optimalen inneren Bedingungen für bestimmte Handlungen durch Selbstbeeinflussung herzustellen und aufrechtzuerhalten“. Dabei ist der optimale psychovegetative Funktionszustand für jede Person individuell und variiert je nach Aufgabenanforderungen und Umweltfaktoren.

G. Selbstregulation als relevante Thematik im Sport

Selbstregulation beziehungsweise -kontrolle wird sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport benötigt und kann Trainingsadhärenz sowie sportliche Leistung unterstützen und stabilisieren. Im Selbstregulationsmodell nach Kanfer wird die sogenannte beta-Variable, welche stellvertretend für kognitive Prozesse und Inhalte steht, als Selbstregulations-System angesehen, welches der Stimulus-Reaktions-Abfolge zwischengeschaltet ist. Dabei werden die Phase der Selbstbeobachtung, der Selbstbewertung sowie der Selbstkonsequenz unterschieden. Kuhl (2000a, 2000b) zufolge kann die Selbstregulierung längerfristig aufrechterhalten werden ohne zur Erschöpfung zu führen, da motivationale, affektive und kognitive psychische Systeme hinter der intendierten Handlung vereinigt werden. Im Gegensatz dazu steht die ressourcenverbrauchende und anstrengende Selbstkontrolle, welche auf die Hemmung unerwünschter Aktivitäten fokussiert. In der Theorie der Handlungskontrolle wird darüber hinaus zwischen Handlungs- und Lageorientierung differenziert, wobei letztere von einem gedanklichen Verharren gekennzeichnet ist. Empirische Befunde zeigen, dass eine Handlungsorientierung im sportlichen Kontext zwar häufig, aber nicht immer von Vorteil zu sein scheint. Im Kraftspeichermodell der Selbstkontrolle wird die Selbstkontrolle als eine begrenzte Ressource angesehen, sodass eine erste Selbstkontrollhandlung die für eine zweite Aufgabe zur Verfügung stehende Selbstkontrolle begrenzt. Dieser sogenannte Ego-Depletion-Effekt wurde empirisch bestätigt und scheint auch im sportlichen Kontext von Relevanz zu sein. Sowohl für Handlungs- oder Lageorientierung als auch für die Fähigkeit zur Selbstkontrolle scheinen persönlichkeitsbedingte Dispositionen vorzuliegen, welche zumindest teilweise angeboren zu sein scheinen, sich aber auch durch Umwelteinflüsse, wie Erziehung oder schulisches Umfeld, entwickeln können. Einige Befunde deuten zudem auf eine Trainierbarkeit der Selbstkontrollfähigkeit hin.

Die nächsten beiden Beiträge befassen sich mit Strategien der Selbstregulation, die im sportlichen Kontext relevant sind.

Aufs Feld

Für Trainerinnen könnte es durchaus sinnvoll sein, sich näher mit der persönlichkeitsbedingten Disposition hinsichtlich der beiden Handlungskontrollformen ihrer Sportlerinnen zu befassen. Ein entsprechendes Wissen kann bei Entscheidungen zu Spielpositionen genutzt werden. So scheinen sich lageorientierte Sportlerinnen insbesondere für Spielmacherpositionen zu eignen, handlungsorientierte hingegen als Stürmerinnen. Auch sollte sowohl im Training als auch im Wettkampf ein möglicher Ego-Depletion-Effekt aufgrund von Anstrengung, oder Anforderungen an Emotionskontrolle oder Aufmerksamkeit bedacht werden, welcher Leistungseinfälle bedingen könnte.

Literatur

  1. Auerbach, J. G., Faroy, M., Ebstein, R., Kahana, M., & Levine, J. (2001). The association of the dopamine D4 receptor gene (DRD4) and the serotonin transporter promoter gene (5-HTTLPR) with temperament in 12-month-old infants. Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines, 42(6), 777–783. https://doi.org/10.1111/1469-7610.00774
  2. Baumann, S. (2018). Psychologie im Sport: Psychische Belastungen meistern, Mentale Wettkampfvorbereitung, Konzentration und Motivation. Meyer & Meyer.
  3. Beckmann, J., Elbe, A.-M., Szymanski, B., & Ehrlenspiel, F. (2006). Chancen und Risiken vom Leben im Verbundsystem von Schule und Leistungssport – Psychologische, soziologische und sportliche Leistungsaspekte. Köln: Sport und Buch Strauß.
  4. Bertrams, A. & Dickhäuser, O. (2009). Messung dispositioneller Selbstkontroll-Kapazität. Eine deutsche Adaptation der Kurzform der Self-Control Scale (SCS-K-D). Diagnostica, 55 (1), 2-10. https://doi.org/10.1026/0012-1924.55.1.2
  5. Bertrams, A., Englert, C. (2013). Umsetzung subjektiver Sporthäufigkeitsstandards. Sportwissenschaft, 43, 276–282. https://doi.org/10.1007/s12662-013-0304-x
  6. Bertrams, A., Unger, A. & Dickhäuser, O. (2011). Momentan verfügbare Selbstkontrollkraft - Vorstellung eines Messinstruments und erste Befunde aus pädagogisch-psychologischen Kontexten. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 25(3), 185-196. https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000042
  7. Baumeister, R. F., Bratslavsky, E., Muraven, M., & Tice, D. M. (1998). Ego depletion: is the active self a limited resource?. Journal of personality and social psychology, 74(5), 1252–1265. https://doi.org/10.1037//0022-3514.74.5.1252
  8. Baumeister, R. F., Vohs, K. D., & Tice, D. M. (2007). The Strength Model of Self-Control. Current Directions in Psychological Science, 16(6), 351–355. https://doi.org/10.1111/j.1467-8721.2007.00534.x
  9. Beckmann, J. (1987). Höchstleistung als Folge mißglückter Selbstregulation. In J. P. Jansen, W. Schlicht & H. Strang (Hrsg.), Handlungskontrolle und Soziale Prozesse im Sport (S. 52–63). Köln: bps.
  10. Beckmann, J. (2003). HOSP. Unveröffentlichter Fragebogen, Universität Potsdam.
  11. Beckmann, J. & Trux, J. (1991). Wen lasse ich wo spielen? Persönlichkeitseigenschaften und die Eignung für bestimmte Positionen in Sportspielmannschaften. Sportpsychologie, 5 (3), 18-21.
  12. Beckmann, J. & Wenhold, F. (2008). HOSP: Fragebogen zur Erfassung der Handlungsorientierung im Sport. https://www.bisp-sportpsychologie.de/SharedDocs/Publikationen/SpoPsy/DE/Fragebogen/hosp_2008.pdf?__blob=publicationFile&v=2
  13. Beckmann, J., & Wenhold, F. (2009). Handlungsorientierung im Sport (HOSP) – Manual. Köln: Sportverlag Strauß.
  14. Bray, S. R., Graham, J. D., & Saville, P. D. (2015). Self-control training leads to enhanced cardiovascular exercise performance. Journal of sports sciences, 33(5), 534–543. https://doi.org/10.1080/02640414.2014.949830
  15. Forstmeier, S., Rüddel, H. (2005). Zur Überlegenheit von Selbstregulation über Selbstkontrolle in Psychotherapie und psychosomatischer Rehabilitation. Verhaltenstherapie, 15(3),158-166.
  16. Englert, C., & Bertrams, A. (2012). Anxiety, ego depletion, and sports performance. Journal of sport & exercise psychology, 34(5), 580–599. https://doi.org/10.1123/jsep.34.5.580
  17. Englert, C., & Bertrams, A. (2015). Integrating attentional control theory and the strength model of self-control. Frontiers in psychology, 6, 824. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2015.00824
  18. Englert, C., & Rummel, J. (2016). I want to keep on exercising but I don’t: The negative impact of momentary lacks of self-control on exercise adherence. Psychology of Sport and Exercise, 26, 24–31. https://doi.org/10.1016/j.psychsport.2016.06.001
  19. Englert, C., Zwemmer, K., Bertrams, A., & Oudejans, R. R. (2015). Ego depletion and attention regulation under pressure: is a temporary loss of self-control strength indeed related to impaired attention regulation?. Journal of sport & exercise psychology, 37(2), 127–137. https://doi.org/10.1123/jsep.2014-0219
  20. Esser, G. (2008). Verhaltensdiagnostik. In G., Esser (Hrsg.), Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen (S. 93 -99). Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
  21. Gröpel, P., Baumeister, R. F., & Beckmann, J. (2014). Action Versus State Orientation and Self-Control Performance After Depletion. Personality and Social Psychology Bulletin, 40(4), 476–487. https://doi.org/10.1177/0146167213516636
  22. Heckhausen, H., & Strang, H. (1988). Efficiency under record performance demands: Exertion control – An individual difference variable? Journal of Personality and Social Psychology, 55, 489–498.
  23. Hunte, R., Cooper, S.B., Taylor, I.M., Nevill, M.E. & Boat, R. (2021) The mechanisms underpinning the effects of self-control exertion on subsequent physical performance: a meta-analysis. International Review of Sport and Exercise Psychology. https://doi.org/10.1080/1750984X.2021.2004610
  24. Kanfer, F. H. (1970). Self-regulation: Research, issues, and speculations. In C. Neuringer, & J. L. Michael, (Eds.), Behavior modification in clinical psychology (pp. 178-220). New York: Appleton-Century-Crofts.
  25. Kanfer, F. (1987). Selbstregulation und Verhalten. In: Heckhausen, H., Gollwitzer, P.M., Weinert, F.E. (eds) Jenseits des Rubikon. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-71763-5_16
  26. Kanfer, F. H., Hagerman, S. (1981). The role of self-regulation. In L. P. Rehm, (Ed.), Behavior therapy for depression: Present status and future directions (pp. 659-686). New York: Academic Press.
  27. Kanfer, F. H., & Karoly, P. (1972). Self-control: A behavioristic excursion into the lion's den. Behavior Therapy, 3(3), 389–416.
  28. Kanfer, F.H., Reinecker, H., Schmelzer, D. (2012). Grundlagen der Selbstmanagement-Therapie. In: Selbstmanagement-Therapie. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-19366-8_2
  29. Kanfer, F. H., & Saslow, G. (1965). Behavioral analysis: An alternative to diagnostic classification. Archives of General Psychiatry, 12(6), 529-538.
  30. Karoly, P. (1993). Mechanisms of self-regulation: A systems view. Annual Review of Psychology, 44, 23–52.
  31. King, K. M., Lengua, L. J., & Monahan, K. C. (2013). Individual differences in the development of self-regulation during pre-adolescence: connections to context and adjustment. Journal of abnormal child psychology, 41(1), 57–69. https://doi.org/10.1007/s10802-012-9665-0
  32. Klöppel, Y.P., Van Raalte, J.L. (2018). Psychoregulation und Psychoregulatives Training. In: Güllich, A., Krüger, M. (eds) Sport in Kultur und Gesellschaft. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-53385-7_46-1
  33. Kuhl, J. (1983). **Motivation, Konflikt und Handlungskontrolle. Heidelberg: Springer.
  34. Kuhl, J. (1984). Volitional Aspects of Achievement Motivation and Learned Helplessness: Toward a Comprehensive Theory of Action Control. In B. A. Maher (Ed.), Progress in Experimental Personality Research (Vol. 13, pp. 99-171). New York: Academic Press.
  35. Kuhl, J. (1987). Motivation und Handlungskontrolle: Ohne guten Willen geht es nicht. In H. Heckhausen, P. M. Gollwitzer, & F. E. Weinert (Hrsg.), Jenseits des Rubikon: Der Wille in den Humanwissenschaften (S. 101–120). Heidelberg: Springer.
  36. Kuhl, J. (2000a). A functional-design approach to motivation and volition: The dynamics of personality systems interactions. In M. Boekaerts, P. R. Pintrich & M. Zeidner (Eds.), Self-regulation: Directions and challenges for future research (pp. 111-16).
  37. Kuhl, J. (2000b). The volitional basis of Personality Systems Interaction Theory: International Journal of Educational Research, 33(7-8), 665–703. https://doi.org/10.1016/s0883-0355(00)00045-8
  38. Kuhl, J., & Beckmann, J. (Hrsg.). (1994a). Volition and personality: Action and state orientation. Seattle: Hogrefe & Huber.
  39. Kuhl, J., & Fuhrmann, A. (1998). Decomposing Self-Regulation and Self-Control: The Volitional Components Inventory. In J. Heckhausen & C. Dweck (Eds.), Motivation and Self-Regulation across the Life Span (pp. 15-49). Cambridge: Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/CBO9780511527869.003
  40. Kuhl, J., Kazen-Saad, M. (1988). A Motivational Approach to Volition: Activation and De-Activation of Memory Representations Related to Uncompleted Intentions. In: Hamilton, V., Bower, G.H., Frijda, N.H. (eds) Cognitive Perspectives on Emotion and Motivation. NATO ASI Series, vol 44. Springer, Dordrecht. https://doi.org/10.1007/978-94-009-2792-6_3
  41. Kuhl, J., & Kraska, K. (1989). Self-regulation and metamotivation: Computational mechanisms, development and assessment. In R. Kaufer, P. L. Ackerman, & R. Cudeck (Hrsg.), Abilities, motivation, and methodology: The Minnesota symposium on learning and individual differences (S. 343–374). Hillsdale: Erlbaum.
  42. Kuhl, J., Schapkin, S., & Gusew, A. (1994). A theory of volitional inhibition and an empirical test: Individual differences in the topography of ERP patterns for action- versus state-oriented processing of emotional words. Unveröffentlichtes Manuskript: Universität Osnabrück.
  43. Lieb, K., Zanarini, M. C., Schmahl, C., Linehan, M. M., & Bohus, M. (2004). Borderline personality disorder. Lancet (London, England), 364(9432), 453–461. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(04)16770-6
  44. Lindsley, O. R. (1964). Direct Measurement and Prosthesis of Retarded Behavior,. Journal of Education, 147(1), 62–81. https://doi.org/10.1177/002205746414700107
  45. Luna, B., Garver, K. E., Urban, T. A., Lazar, N. A., & Sweeney, J. A. (2004). Maturation of cognitive processes from late childhood to adulthood. Child development, 75(5), 1357–1372. https://doi.org/10.1111/j.1467-8624.2004.00745.x
  46. Mccabe, L., Kevelson, M., Brooks-Gunn, J. (2004). The development of self-regulation in young children: Individual characteristics and environmental contexts. In R. F. Baumeister & K. D. Vohs (Eds.), Handbook of self-regulation: Research, theory, and applications (pp. 340–356). The Guilford Press.
  47. Mischel, W. (1974). Processes in delay of gratification. In L. Berkowitz (Hrsg.), Advances in experimental social psychology (Bd. 7, S. 249– 292). New York: Academic Press.
  48. Mischel, W., Shoda, Y., & Rodriguez, M. I. (1989). Delay of gratification in children. Science (New York, N.Y.), 244(4907), 933–938. https://doi.org/10.1126/science.2658056
  49. Monahan, K. C., Steinberg, L., Cauffman, E., & Mulvey, E. P. (2009). Trajectories of antisocial behavior and psychosocial maturity from adolescence to young adulthood. Developmental psychology, 45(6), 1654–1668. https://doi.org/10.1037/a0015862
  50. Montroy, J. J., Bowles, R. P., Skibbe, L. E., McClelland, M. M., & Morrison, F. J. (2016). The development of self-regulation across early childhood. Developmental psychology, 52(11), 1744–1762. https://doi.org/10.1037/dev0000159
  51. Nitsch, J. R., & Hackfort, D. (1979). Naive Techniken der Psychoregulation im Sport. In H. Gabler, H. Eberspächer, E. Hahn, J. Kern & G. Schilling (Hrsg.), Praxis der Psychologie im Leistungssport (S. 299–311). Berlin: Bartels & Wernitz.
  52. Oaten, M., & Cheng, K. (2006). Longitudinal gains in self-regulation from regular physical exercise. British journal of health psychology, 11(Pt 4), 717–733. https://doi.org/10.1348/135910706X96481
  53. Predovan, D., Fraser, S. A., Renaud, M., & Bherer, L. (2012). The effect of three months of aerobic training on stroop performance in older adults. Journal of aging research, 2012, 269815. https://doi.org/10.1155/2012/269815
  54. Roberts, B. W., Caspi, A., & Moffitt, T. E. (2001). The kids are alright: growth and stability in personality development from adolescence to adulthood. Journal of personality and social psychology, 81(4), 670–683.
  55. Petrovic, P., Ekman, C. J., Klahr, J., Tigerström, L., Rydén, G., Johansson, A. G., Sellgren, C., Golkar, A., Olsson, A., Öhman, A., Ingvar, M., & Landén, M. (2016). Significant grey matter changes in a region of the orbitofrontal cortex in healthy participants predicts emotional dysregulation. Social cognitive and affective neuroscience, 11(7), 1041–1049. https://doi.org/10.1093/scan/nsv072
  56. Roth, K. (1991). Entscheidungsverhalten im Sportspiel. Sportwissenschaft, 21(3), 229–246.
  57. Sahre, E. (1991). Wer behält die Nerven, wenn es darauf ankommt? Zum Einfluss von Handlungs- und Lageorientierung auf die Spielleistung im Basketball unter psychischer Belastung und physischer Beanspruchung. Sportpsychologie, 5, 11–15.
  58. Schlam, T. R., Wilson, N. L., Shoda, Y., Mischel, W., & Ayduk, O. (2013). Preschoolers' delay of gratification predicts their body mass 30 years later. The Journal of pediatrics, 162(1), 90–93. https://doi.org/10.1016/j.jpeds.2012.06.049
  59. Schöndube, A., Bertrams, A., Sudeck, G. & Fuchs, R. (2017). Self-control strength and physical exercise: An ecological momentary assessment study. Psychology of Sport and Exercise, 29, 19-26. https://doi.org/10.1016/j.psychsport.2016.11.006
  60. Schüler, J., Wegner, M., & Plessner, H. (2020). Sportpsychologie: Grundlagen und Anwendung. Springer.
  61. Skinner, B. F. (1938). The behavior of organisms: an experimental analysis. Appleton-Century.
  62. Stork, M. J., Graham, J. D., Bray, S. R., & Martin Ginis, K. A. (2017). Using self-reported and objective measures of self-control to predict exercise and academic behaviors among first-year university students. Journal of health psychology, 22(8), 1056–1066. https://doi.org/10.1177/1359105315623627
  63. Strang, H., Wegner, M., & Schwarze, S. (1987). Die Bewältigung von Misserfolgserfahrungen. Sportpsychologie, 1, 22–25.
  64. Tangney, J. P., Baumeister, R. F., & Boone, A. L. (2004). High self-control predicts good adjustment, less pathology, better grades, and interpersonal success. Journal of personality, 72(2), 271–324. https://doi.org/10.1111/j.0022-3506.2004.00263.x
  65. Toering, T. & Jordet, G. (2015). Self-Control in Professional Soccer Players. Journal of Applied Sport Psychology, 27(3), 335-350. https://doi.org/10.1080/10413200.2015.1010047
  66. Wolff, W., Bertrams, A., & Schüler, J. (2019). Trait Self-Control Discriminates Between Youth Football Players Selected and Not Selected for the German Talent Program: A Bayesian Analysis. Frontiers in psychology, 10, 2203. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.02203
  67. Yang, Y., & Raine, A. (2009). Prefrontal structural and functional brain imaging findings in antisocial, violent, and psychopathic individuals: a meta-analysis. Psychiatry research, 174(2), 81–88. https://doi.org/10.1016/j.pscychresns.2009.03.012

Teile diesen Inhalt